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Wie entsteht Darmkrebs?

Der Darm hat die Aufgabe, die im Magen vorverdaute Nahrung weiter zu verwerten und die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe in den Blutkreislauf überzuführen. Der Dickdarm hat zusätzlich die Aufgabe, dem Nahrungsbrei Wasser zu entziehen.

Damit sich der Darm dabei nicht selbst verdaut, schützt er sich mit einer Schicht aus Schleimhautzellen. Diese Zellen vermehren sich durch Zellteilung ständig, um den Verbrauch an der Darmwand auszugleichen. Dabei weiß jede Zelle, wann sie sich teilen darf und in welchen Bereich sie gehört. Also Schleimhautzellen bleiben z.B. brav in der Darmschleimhautschicht.

Bei jeder Zellteilung wird das komplette Erbgut, die Bauanleitung der Zelle, verdoppelt. Dabei kann es zu kleinen Kopiefehlern kommen. Auch andere Einflüsse erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Mutationen im Erbgut. Zellen, die zu viele Fehler angesammelt haben, töten sich entweder selbst oder werden vom Immunsystem ausgelöscht.

2067A28-DarmpolypGanz selten kommt es jedoch zu Fehlern, die durch kein Kontrollsystem des Körpers erkannt werden. Die so mutierte Zelle teilt sich nun unkontrolliert, viel öfter, als sie eigentlich sollte. Dieses ungebremste Zellwachstum führt zu so genannten Polypen im Darm. Polypen sind in den Darm wachsende, mutierte Schleimhautzellen. Sie können sich als dünne Fortsätze zeigen, als Pilzform (s. Abb. links), oder sie sitzen eher flächig auf der Darmwand auf.

Diese Zellwucherungen sind gutartig, d.h., sie wachsen zwar unkontrolliert, aber noch weiß jede Zelle, dass sie in die Schicht der Schleimhaut gehört.

Durch die Zellteilungen werden jedoch weitere Fehler im Erbgut angehäuft. Darunter können auch Mutationen sein, die dafür sorgen, dass die Zelle ihre Gewebeschicht verlassen kann. Die ehemalige Schleimhautzelle ist zu einer bösartigen Krebszelle mutiert, welche die Darmschleimhaut verlassen und in andere Gewebeschichten des Darms, z.B. in das Muskelgewebe, vorstoßen kann.

Bekommt das wuchernde Krebsgewebe Kontakt zu einer Blutbahn, können sich Krebszellen über das Blut im Körper ausbreiten und an anderen Orten Tochtergeschwülste, die so genannten Metastasen, bilden. Bei Darmkrebs bilden sich Metastasen häufig in der Leber und der Lunge. Dort beginnt der Krebs ebenfalls in die Organe zu wachsen und sie dabei zu zerstören.

Trotz massiver medizinischer Versorgung ist die Erkrankung in diesem Stadium kaum noch aufzuhalten. Daher ist es wichtig, dass bereits die Vorstufen eines möglichen Darmkrebses durch Vorsorgeuntersuchungen entdeckt und rechtzeitig entfernt werden.