bruecke

Vorsorgeuntersuchungen

Darmkrebs ist in Deutschland sowohl bei Männern als auch bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Etwa jeder vierte Fall tritt demnach familiär gehäuft auf, eine konkrete genetische Ursache lässt sich aber nur bei etwa fünf Prozent der Erkrankungen feststellen. Eine Entscheidung zu einer Darmkrebs-Früherkennungs-Untersuchung sollten Sie nach ausführlicher Beratung mit Ihrem Hausarzt treffen. Ihr Arzt berät Sie, welche Form der Untersuchung Sie wählen sollten.

Okkultbluttest
Darmpolypen und Tumore sondern oft Blut ab. Dieses Blut ist mit dem bloßen Auge meist nicht zu erkennen, es ist verborgen (okkult). Mit einem einfachen Okkultbluttest können unsichtbare Blutspuren im Stuhl erkannt werden. Mit dem regelmäßigen Okkultbluttest können 25 bis 30 Prozent der Darmpolypen und frühen Darmkrebsstadien gefunden werden.

Der Test wird ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich durchgeführt.

2066A28-OkkulbluttestDamit dieser Test die Existenz eines Darmpolypen oder Tumors anzeigen kann, muss der Polyp oder Tumor Blut abgeben. Dies ist nicht immer der Fall. Deswegen muss dieser Test regelmäßig einmal pro Jahr durchgeführt werden, um das Darmkrebsrisiko zu verringern.

Ihr Arzt wird Sie informieren, auf welche Nahrungsmittel Sie vor dem Test verzichten müssen, um den Test nicht zu verfälschen. Frauen sollten den Test erst nach ihrer Regelblutung durchführen.

Zur Durchführung des Tests werden Testbriefe verwendet. Auch wenn der Test aus anderen Ursachen positiv sein kann (z.B. bei Hämorrhoiden oder nach Fleischverzehr), so ist bei einem positiven Testergebnis die weitere Abklärung, z.B. mit einer Darmspiegelung, erforderlich.

Immunologischer Okkultbluttest
Eine Alternative zum oben beschriebenen chemischen Okkultbluttest bietet der immunologische Okkultbluttest. Dieser Test wird ebenfalls zu Hause durchgeführt und kann zusätzlich auch zu Hause ausgewertet werden.

Der immunologische Test reagiert nur auf den menschlichen Blutfarbstoff, daher wird er nicht durch bestimmte Nahrungsmittel verfälscht. Somit ist auch keine besondere Diät vor der Durchführung notwendig. Frauen sollten den Test erst nach ihrer Regelblutung durchführen.
Da bestimmte Schmerz- und Rheumamittel das Testergebnis verfälschen können, sollten Sie vor einer Testdurchführung mit Ihrem Arzt sprechen. Bei einem positiven Testergebnis ist die weitere Abklärung, z.B. mit einer Darmspiegelung, erforderlich. Der Test ist von verschiedenen Anbietern erhältlich. Er kostet etwa 15 Euro und wird zurzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die Darmspiegelung
Die Darmspiegelung oder Koloskopie ist die zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs.

Mit der Darmspiegelung können Polypen, die Vorformen des Darmkrebses, entdeckt und gleichzeitig entfernt werden. Die Kosten einer Darmspiegelung  werden von den Krankenkassen ab einem Alter von 55 Jahren übernommen. Nach zehn Jahren hat man einen weiteren Anspruch auf eine Früherkennungskoloskopie.

Obwohl mit der Methode der Darmspiegelung schätzungsweise 70% bis 90% der Darmkrebserkrankungen verhindert werden könnten, nimmt die Mehrheit der Bevölkerung dieses Vorsorgeangebot nicht wahr. Dabei sind die Heilungschancen bei einem rechtzeitig erkannten Darmkrebs bei nahezu 100%.

Die Virtuelle Darmspiegelung
Bei der so genannten "virtuellen Darmspiegelung" wird der Bauchraum mit Hilfe von schwachen Röntgenstrahlen abgetastet, und aus den gewonnenen Daten wird eine dreidimensionale Darstellung des Darms erstellt. Bei korrekter Anwendung kann ab einer bestimmten Polypengröße eine mit der Koloskopie vergleichbare Trefferquote für entdeckte Polypen erzielt werden.

Der Vorteil ist, dass kein Koloskop in den Darm eingeführt werden muss. Allerdings muss zusätzlich ein Kontrastmittel geschluckt werden. Genau wie bei der Koloskopie wird der Darm durch Einnahme eines Abführmittels gereinigt sowie gegebenenfalls mit Luft aufgeblasen.

Sollten bei der virtuellen Darmspiegelung Polypen gefunden werden, muss eine zusätzliche Koloskopie durchgeführt werden, um Proben zu entnehmen bzw. um die Polypen zu entfernen. Dies kann bei einer Koloskopie bereits während der Untersuchung erledigt werden. Welche Methode für Sie die bessere Lösung ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Die Krankenkasse übernimmt zurzeit nicht die Kosten für eine virtuelle Darmspiegelung.